GRAND ELYSEE Hamburg
Ausgewählt haben wir das Grand Elysee, weil es zeigt, wie aus einem geplanten Steakhouse Hamburgs...
Als The Fontenay im März 2018 eröffnete, bekam Hamburg sein vielleicht gewagtestes neues Gebäude seit Jahrzehnten: einen fließenden, skulpturalen Baukörper am Südufer der Außenalster, entworfen vom Hamburger Architekten Jan Störmer und finanziert vom Reeder und Mäzen Klaus-Michael Kühne. Das Haus steht dort, wo bis 2014 das InterContinental stand, und setzt bewusst einen Kontrapunkt zur Backstein- und Gründerzeitarchitektur der Stadt. Wer durch die gebogene Glasfassade tritt, steht zunächst nicht in einer klassischen Lobby, sondern in einem 27 Meter hohen Atrium, das eher an eine Kunsthalle erinnert als an ein Hotel.
Was The Fontenay von anderen Luxushäusern der Stadt unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der Architektur und Gastgeberrolle zusammengedacht wurden. Das Atrium mit seiner sechs Meter hohen Lichtinstallation von William Brand ist kein dekoratives Beiwerk, sondern Treffpunkt: Hier wird Tee serviert, hier sitzt man zwischen Ankunft und Abreise, hier beginnt jeder Aufenthalt. Die 131 Zimmer und Suiten, viele mit Parkett und Alsterblick, folgen derselben ruhigen Linie wie das Haus von außen. Die Mitgliedschaft bei den Leading Hotels of the World bestätigt, was man beim Durchqueren der Lobby sofort spürt: Hier wurde nichts dem Zufall überlassen.
The Fontenay liegt in der Straße Fontenay 10, im noblen Stadtteil Rotherbaum, direkt am südwestlichen Ufer der Außenalster. Von hier sind es wenige Gehminuten zum Jungfernstieg und zur Binnenalster mit ihren Geschäften, und auch der Bahnhof Dammtor liegt nur rund einen Kilometer entfernt, praktisch für Gäste, die mit dem ICE anreisen. Wer morgens joggen gehen möchte, hat den rund sieben Kilometer langen Rundweg um die Außenalster direkt vor der Tür, eine der schönsten Laufstrecken der Stadt. Die Lage ist ruhig genug für einen erholsamen Aufenthalt und nah genug an der Innenstadt, um Hamburg zu Fuß zu entdecken.
Preisklasse: Luxus, oberes Segment
Atmosphäre: skulptural, ruhig, zeitgenössisch
Zimmer: 131 Zimmer und Suiten
Am besten für: Paare und Reisende, die zeitgenössisches Design suchen
Unser Favorit: das 27 Meter hohe Atrium mit der Lichtinstallation von William Brand
Gastronomie: Lakeside (zwei Michelin-Sterne) und Parkview mit norddeutscher Küche
Besonderheit: 1.000 Quadratmeter Rooftop-Spa mit 20-Meter-Innen-Außen-Pool
In der Nähe: Jungfernstieg (ca. 15 Gehminuten), Bahnhof Dammtor (ca. 12 Gehminuten)
Im siebten Stock des Hauses liegt das Restaurant Lakeside, seit 2023 unter der Leitung von Küchenchef Julian Stowasser, der dem Haus seinen zweiten Michelin-Stern einbrachte. Die Küche ist französisch grundiert, arbeitet aber konsequent mit nordeutschen und regionalen Produkten, und der Blick über die Außenalster gehört zu den schönsten Restaurantausblicken der Stadt. Wer es informeller mag, findet im Parkview im Erdgeschoss eine Karte mit norddeutscher Regionalküche und Terrasse zum Garten, und in der obersten Etage sorgt eine Bar mit Blick über die Dächer Hamburgs für den Ausklang des Abends.
Der Spa-Bereich von The Fontenay liegt, wie es sich für ein Haus mit Wasserlage gehört, ganz oben: rund 1.000 Quadratmeter mit einem 20 Meter langen Pool, der innen beginnt und sich nach draußen öffnet, mit Blick über die Alster und die Stadt. Dazu kommen Behandlungsräume für Beauty- und Anti-Aging-Anwendungen sowie ein Fitnessbereich. Das Haus ist zudem mit GreenSign Level 4 zertifiziert, einem Nachhaltigkeitssiegel der deutschen Hotellerie, was bei einem Neubau dieser Größenordnung keine Selbstverständlichkeit ist.
The Fontenay richtet sich an Gäste, die zeitgenössische Architektur zu schätzen wissen und bereit sind, für ein außergewöhnliches Raumerlebnis einen Aufpreis gegenüber den traditionelleren Grandhotels der Stadt zu zahlen. Paare, die eine Suite mit Alsterblick buchen, und Feinschmecker, die wegen des Lakeside anreisen, sind hier klar im Vorteil, ebenso Geschäftsreisende, die eine ruhige Lage mit kurzen Wegen in die Innenstadt suchen. Für Familien mit kleinen Kindern ist das Haus, bei aller Gastfreundschaft, eher nicht der naheliegendste Teil der Stadt – dafür sind die Zimmer-Konzepte zu sehr auf Ruhe und Reduktion ausgelegt.