The Fontenay
Dieses Haus gehört für uns in jede Hamburg-Auswahl, weil es zeigt, wie sich zeitgenössische Architektur...
Das kleine Grindel gehört, wie der Name andeutet, zu den kleinsten Hotels Hamburgs: Nur zwei Zimmer teilen sich ein umgebautes Werkstattgebäude aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, versteckt im Hinterhaus des Grindelhof 59. Wer die Adresse zum ersten Mal sucht, geht an der Straßenfassade vorbei durch einen Hof, bevor sich der Blick auf eine ruhige, fast dörflich wirkende Innenhofsituation öffnet, mit Terrassen vor den Zimmern und einem kleinen Garten. Es ist das Gegenteil eines anonymen Stadthotels, eher eine private Adresse, die man weiterempfiehlt, ohne sie zu laut zu bewerben.
Mit nur zwei Zimmern kann Das kleine Grindel etwas bieten, das größeren Häusern naturgemäß schwerfällt: echte Aufmerksamkeit für jedes Detail. Beide Zimmer sind individuell eingerichtet, mit eigenem Bad, Bademantel, Minibar und Schreibtisch, und öffnen sich direkt zur ruhigen Innenhof-Terrasse. Dazu kommen ein hauseigenes Restaurant mit nahöstlicher, internationaler und europäischer Küche sowie ein Garten, der im Sommer zum eigentlichen Wohnzimmer des Hauses wird. Es ist ein Konzept, das sich bewusst gegen die Größe und für die Nähe entscheidet, und genau das machen Bewertungen immer wieder zum zentralen Punkt.
Der Grindelhof liegt im Grindelviertel, unweit der Universität Hamburg und der Grindelhochhäuser, und unweit des Dammtorbahnhofs, der zu Fuß in rund fünfzehn Minuten erreichbar ist. Das Viertel war bis 1938 das Zentrum jüdischen Lebens in Hamburg; der Platz der ehemaligen Bornplatz-Synagoge, die in der Pogromnacht zerstört wurde, liegt nur wenige Gehminuten entfernt und ist heute eine Gedenkstätte. Rund um den Grindelhof reihen sich händlergeführte Läden, Cafés und das studentische Leben der nahen Universität, und bis zur Innenalster sind es etwa zwanzig Gehminuten.
Preisklasse: mittleres Segment
Atmosphäre: intim, ruhig, privat
Zimmer: 2 Zimmer
Am besten für: Paare, die Diskretion und ein persönliches Haus suchen
Unser Favorit: die Terrasse im ruhigen Innenhof
Gastronomie: hauseigenes Restaurant mit nahöstlicher und europäischer Küche
Besonderheit: ehemaliges Werkstattgebäude aus dem 19. Jahrhundert, nur zwei Zimmer
In der Nähe: Universität Hamburg (ca. 5 Gehminuten), Dammtorbahnhof (ca. 15 Gehminuten)
Das Grindelviertel gehörte vor 1938 zu den Zentren jüdischen Lebens in Deutschland, mit Synagogen, Schulen und Geschäften entlang des Grindelhofs und der Bornstraße. Nach der Zerstörung in der Pogromnacht und der Vertreibung und Ermordung eines Großteils der jüdischen Bevölkerung blieb vom alten Viertel wenig übrig; heute erinnern Gedenktafeln und der Grundriss der ehemaligen Bornplatz-Synagoge an diese Geschichte. Gleichzeitig ist das Viertel durch die Nähe zur Universität Hamburg höchst lebendig, mit Second-Hand-Läden, kleinen Cafés und einer Mischung aus Alteingesessenen und Studierenden, die dem Grindelhof seinen eigenen, untouristischen Charakter geben.
Der eigentliche Charakter des Hauses zeigt sich erst im Innenhof: Die beiden Zimmer liegen im Hinterhaus, mit eigenen Terrassen, die zu einem kleinen, begrünten Garten hin offen sind. Von der Straße ist davon nichts zu ahnen, was dem Ort seine fast dörfliche Ruhe mitten in der Stadt gibt. Wer morgens auf der Terrasse frühstückt oder abends im Garten sitzt, merkt schnell, warum Gäste das Haus eher als Geheimtipp weitergeben als in großen Bewertungsportalen bejubeln.
Das kleine Grindel eignet sich für Paare und Alleinreisende, die ein persönliches, fast privates Zuhause auf Zeit suchen und auf Hotelinfrastruktur wie Rezeption rund um die Uhr, Spa oder Zimmerservice verzichten können. Wegen der nur zwei Zimmer und des Mindestalters von achtzehn Jahren ist das Haus kein Ort für Familien mit Kindern, dafür aber ideal für alle, die das Grindelviertel und seine Geschichte in Ruhe erkunden möchten, ohne auf Komfort zu verzichten. Wer zuvor noch nie in einem Zwei-Zimmer-Haus übernachtet hat, sollte sich auf ein langsameres, persönlicheres Reisetempo einstellen, das in Hamburgs Hotellandschaft selten geworden ist.