Das Feuerschiff
Das Feuerschiff haben wir ausgewählt, weil es das vielleicht ungewöhnlichste Übernachtungserlebnis der Stadt bietet: ein...
Hamburg hat viele Hotels mit Blick auf die Alster, aber kaum eines, das die Architektur selbst zum Ereignis macht. Jan Störmer hat hier einen elf Stockwerke hohen Glasturm über ein acht Geschosse reichendes Atrium gestellt, durch das Robert Wilsons Lichtinstallation in langsamen Wellen pulsiert, fast wie Gezeiten unter Glas. Wer durch die Drehtür tritt, verlässt die geschäftige Dammtorstraße und steht in einem Raum, der eher an eine Kunstinstallation als an eine klassische Hotellobby erinnert, mit Sichtachsen bis in den achten Stock. Das ist der erste Eindruck, und er hält, was er verspricht: Dieses Haus wurde für Menschen gebaut, die Design als Teil der Reise verstehen, nicht als bloße Kulisse.
Matteo Thun hat die 178 Zimmer in einem nüchternen, warmen Minimalismus gehalten: Creme- und Brauntöne, weich gerundete Möbel, klare Linien ohne Kälte. Die Sky Lounge über dem Atrium öffnet den Blick über die Dächer der Neustadt, ein ruhiger Gegenpol zum Trubel der unteren Stockwerke. Was uns überzeugt, ist dieses Zusammenspiel: ein Haus, das international für seine Architektur bekannt ist, ohne dabei auf Herzlichkeit oder Funktionalität zu verzichten, acht Tagungsräume inklusive. Als Mitglied von Design Hotels steht es für eine Handschrift, die man in Hamburg so kein zweites Mal findet.
Das SIDE liegt in der Neustadt, an der Drehbahn, nur wenige Gehminuten vom Gänsemarkt und der Staatsoper entfernt. Wer abends eine Vorstellung besucht, ist in unter zehn Minuten zu Fuß zurück an der Bar. Die Alster und die Einkaufsstraßen am Jungfernstieg liegen ebenso in Gehweite wie die Mönckebergstraße, und der Hauptbahnhof ist in rund fünfzehn Minuten erreichbar. Tagsüber ist die Gegend belebt, aber nicht laut, ein Gleichgewicht, das viele zentrale Hamburger Lagen nicht halten, und abends liegt die Theaterszene rund um den Gänsemarkt direkt vor der Tür.
Preis: €€€€ (Luxus)
Vibe: Architektonisch, ruhig, kuratiert
Zimmer: 178, von Standardzimmern bis zu Suiten mit Blick über die Stadt
Am besten für: Design-affine Reisende, Opernbesucher, Paare auf Städtetrip
Unser Lieblingsdetail: Robert Wilsons Lichtinstallation im acht Stockwerke hohen Atrium
Gastronomie: Restaurant [m]eatery (Steak und Meeresfrüchte), Botanist Bar (botanische Cocktails)
Ausstattung: SIDE SPA auf 450 m² mit Pool, Sauna und Dampfbad, Haustiere willkommen
Sehenswürdigkeiten: Staatsoper (5 Gehminuten), Gänsemarkt, Jungfernstieg und Alster (10 Gehminuten)
Die Zimmer folgen Matteo Thuns Formensprache konsequent: runde Leuchten, gepolsterte Kopfteile, Naturmaterialien in gedeckten Tönen. Die höheren Kategorien blicken auf die Dächer der Neustadt oder auf das Atrium selbst, dessen Lichtspiel bis in die oberen Stockwerke hineinwirkt. Nichts wirkt überladen, jedes Detail hat seinen Platz, von der Leselampe bis zur Minibar. Für längere Aufenthalte eignen sich die Suiten mit separatem Wohnbereich, in denen sich die ruhige Formensprache der Zimmer fortsetzt, und Familien finden auf Anfrage verbindbare Zimmer.
Das Restaurant [m]eatery setzt morgens auf ein internationales Frühstücksbuffet und abends auf reifes Steak und frische Meeresfrüchte, offen und sichtbar zubereitet. Die Botanist Bar daneben widmet sich botanisch inspirierten Cocktails in einem Raum, der die ruhige Linie des Hauses aufnimmt, ideal für einen Absacker vor oder nach dem Opernbesuch. Wer es lieber oben mag, zieht in die Sky Lounge weiter, wo der Blick über die Dächer der Neustadt reicht und das Lichtspiel des Atriums als einziger Lärm bleibt.
Auf 450 Quadratmetern liegt das SIDE SPA abseits des Trubels der Lobby: ein Pool, eine Sauna und ein Dampfbad, dazu Behandlungsräume für Massagen. Es ist der Teil des Hauses, der am wenigsten mit der Architektur prahlt und am meisten mit Stille arbeitet, ein bewusster Gegenpol zum Lichtspiel im Atrium. Nach einem Tag zwischen Oper, Alster und Mönckebergstraße ist es der naheliegende erste Halt vor dem Abendprogramm.
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