Relexa Hotel Bellevue an der Alster
Unsere Wahl fiel auf das Relexa Hotel Bellevue an der Alster, weil nur wenige Hamburger...
Wer aus dem Hauptbahnhof tritt und nach links blickt, sieht zuerst die reformstilistische Fassade mit barocken Verzierungen, die Architekt Heinrich Mandix 1910 entworfen hat. Das Reichshof war damals eines der größten Hotels Europas, erbaut vom ehemaligen HAPAG-Chefkoch Anton Emil Langer: ein Haus mit fließendem Wasser, Strom und Telefon in jedem Zimmer, als das andernorts noch Zukunftsmusik war. Ursprünglich nach Kaiser Wilhelm II. benannt, trägt es diesen Namen bis heute, auch wenn vom kaiserlichen Pomp längst nichts mehr zu spüren ist. Der Speisesaal, von den Schiffsausstattern Friese gestaltet, erinnert bis heute an die große Zeit der Überseedampfer. Nach einer Schließung und einer Sanierung 2015 kehrte das Haus zurück, diesmal im Art-déco-Gewand, aber mit demselben Gespür für Großzügigkeit.
Ein denkmalgeschütztes Gebäude mit eigener Geschichte ist in Hamburg selten geworden, und noch seltener eines, das sie so sichtbar weiterträgt: die namensgebende Bar „1910“, der Speisesaal im Stil eines Ozeandampfers, die hohen Stuckdecken in den Fluren. Die Innenarchitekten von JOI-Design zeichnen für die Sanierung 2015 verantwortlich, die alte Bausubstanz und neues Art-déco-Dekor zusammenführt, ohne den historischen Charakter zu überdecken. Mit dieser Sanierung debütierte hier zudem die Curio Collection by Hilton in Europa, bevor das Haus 2021 wieder unabhängig wurde, was sich im Service zeigt: aufmerksam, aber nie steif. Mit 8,5 von 10 Punkten bei über 5.000 Bewertungen und einer Lage, die jede Anreise erleichtert, ist es die Art von Adresse, die Stammgäste statt Laufkundschaft anzieht.
Das Hotel liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, zu Fuß erreichbar von der Binnenalster, dem Deutschen Schauspielhaus und den Einkaufsstraßen der Mönckebergstraße. St. Georg selbst, das Viertel vor der Tür, zählt zu den lebendigsten der Stadt: Cafés, unabhängige Läden und die Lange Reihe mit ihren Restaurants liegen in wenigen Gehminuten. Wer am Flughafen landet, ist mit der S-Bahn in rund 25 Minuten da, ganz ohne Taxi. Wer abends noch unterwegs sein möchte, findet vor der Tür ein Viertel, das bis spät belebt bleibt, ohne touristisch zu wirken.
Preis: €€€
Vibe: historisch, grand, zentral
Zimmer: 278 Zimmer, davon 199 Doppelzimmer und 9 Suiten oder Studios, sechs Junior Suiten im Art-déco-Stil
Best For: Städtereisende, Geschäftsreisende mit Bahnanreise, Liebhaber historischer Grandhotels
Our Favorite Thing About the Hotel: die Bar „1910“, benannt nach dem Baujahr, mit großer Whisky-Auswahl
Dining: Stadt Restaurant, Frühstücksbuffet, Bar „1910“
Amenities: Spa & Sports mit Sauna und Dampfbad, Massage- und Kosmetikbehandlungen, Fahrradverleih, Konferenzräume
Attractions: Hauptbahnhof direkt gegenüber, Binnenalster in 10 Gehminuten, Deutsches Schauspielhaus in 5 Gehminuten, Mönckebergstraße in 10 Gehminuten
Die Zimmer verteilen sich auf sechs Stockwerke und reichen vom klassischen Doppelzimmer bis zur Suite; sechs Junior Suiten tragen ein konsequentes, von der Sanierung 2015 geprägtes Art-déco-Dekor mit geometrischen Mustern und warmen Farben. Zur Grundausstattung gehören Regendusche, Kaffeemaschine, Safe und eine Flasche Wasser, nichts Überflüssiges, aber alles, was eine Nacht nach einem langen Reisetag braucht. Die ruhigsten Zimmer liegen hofseitig, wer den Blick auf die Kirchenallee bevorzugt, fragt bei der Reservierung gezielt danach. Für längere Aufenthalte oder Geschäftsreisen eignen sich die Studios und Suiten mit zusätzlichem Platz zum Arbeiten.
Parken ist nicht hoteleigen, sondern über ein öffentliches Parkhaus in der Nähe möglich, was für ein Haus dieser Lage wenig überrascht; wer mit der Bahn anreist, braucht es ohnehin nicht. Das Viertel St. Georg ist belebt bis in den Abend, was Fans urbaner Adressen freut und Ruhesuchende eher in ein hofseitiges Zimmer lenkt. Für Tagungen stehen mehrere Konferenzräume und ein Businesscenter bereit, die das Haus auch für kurze Geschäftsreisen attraktiv machen. Das Spa & Sports im Haus ist vor allem für Gäste gedacht, die zwischen Terminen kurz abschalten wollen, nicht für einen ganzen Wellnesstag.
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