Aspria Hamburg Uhlenhorst
Für Aspria Hamburg Uhlenhorst haben wir uns entschieden, weil es ein Konzept verfolgt, das in...
Es gibt Hotels, die mit einem Thema werben, und welche, die es tatsächlich durchhalten. Das Hotel du Nord Alster gehört zur zweiten Sorte. Schon im Eingangsbereich wird klar, dass hier kein europäisches Standardzimmer mit ein paar asiatischen Dekoelementen wartet: Schuhe werden an der Tür ausgezogen, der Weg führt über Tatami-Matten, die Zimmer sind mit Futonbetten, weißen Wänden und Reispapier-Schiebewänden gehalten. Es ist ein Konzept, das man sonst in keinem Hamburger Haus in dieser Konsequenz findet – und das genau deshalb eine eigene Geschichte verdient, lange bevor man das erste Wort mit der Rezeption gewechselt hat. Wer zum ersten Mal hier ankommt, braucht einen Moment, um zu begreifen, dass dieses Zen-Konzept kein Gimmick für die Lobby ist, sondern bis ins letzte Zimmer durchgezogen wird.
Design-Hotels gibt es in Hamburg einige, aber die meisten variieren dieselbe skandinavisch-minimalistische Formensprache: helles Holz, Grau- und Weißtöne, viel Beton. Das Hotel du Nord Alster macht etwas anderes: Es übersetzt ein komplettes japanisches Zen-Raumkonzept in ein Vier-Sterne-Haus, bis hin zum hauseigenen japanischen Restaurant Wa-Yo. Für uns ist das der Unterschied zwischen einem hübsch eingerichteten Zimmer und einem Konzept, das man nur hier erleben kann – genau die Art von Eigenständigkeit, nach der wir in dieser Stadt suchen, und die sich nicht in zehn anderen Häusern wiederholt. Es ist diese Kompromisslosigkeit, mit der ein einzelnes Thema durch Architektur, Service und Küche gleichermaßen getragen wird, die uns am meisten überzeugt hat.
Die Uhlenhorst ist eines der ruhigeren, gründerzeitlich geprägten Viertel am östlichen Ufer der Außenalster, einen kurzen Spaziergang vom Wasser entfernt und doch spürbar abseits der Touristenrouten von Jungfernstieg und Reeperbahn. Das passt zum Charakter des Hauses: ein introvertiertes, auf Ruhe angelegtes Konzept, das in einem belebten Szeneviertel seine Wirkung verlieren würde, hier an der Alster aber genau die Gegenwelt liefert, mit der es sich erklärt. Wer morgens am Wasser entlangläuft und abends ohne Schuhe ins Zimmer zurückkehrt, merkt schnell, dass Lage und Konzept hier bewusst zusammengedacht sind, und dass die Distanz zur Innenstadt eher ein Vorzug als ein Nachteil ist.
Preisklasse: mittleres bis gehobenes Vier-Sterne-Segment
Vibe: japanisches Zen-Konzept, introvertiert und konsequent
Zimmer: 42, individuell eingerichtet, Tatami und Futonbetten
Best For: Design-Liebhaber auf der Suche nach echter Eigenständigkeit
Our Favorite Thing About the Hotel: die Reispapier-Schiebewände in den Zimmern
Dining: japanisches Restaurant Wa-Yo
Amenities: Concierge, privater Check-in, Wäscheservice, Gepäckaufbewahrung
Attractions: Außenalster, Uhlenhorst, Jungfernstieg in kurzer Fahrt erreichbar
Die 42 Zimmer sind individuell eingerichtet, halten sich aber durchgängig an die Grundsprache des Hauses: niedrige Futonbetten, Tatami-Böden, weiße Flächen und Schiebewände aus Reispapier, die Licht streuen statt es hart zu reflektieren. Dazu kommt die übliche Vier-Sterne-Ausstattung – Minibar, Flachbildfernseher mit Satellitenempfang, WLAN, Schreibtisch, Safe – aber sie tritt bewusst hinter das Raumkonzept zurück, statt es zu dominieren. Das Ergebnis ist ein Zimmer, das sich anders anfühlt als jedes andere Hotelzimmer der Stadt, ohne auf Komfort zu verzichten. Wer zum ersten Mal in einem solchen Zimmer übernachtet, braucht meist einen Moment, um sich auf das reduzierte Raumgefühl einzulassen – und ist danach selten bereit, zum klassischen Hotelzimmer mit Teppichboden und schwerem Mobiliar zurückzukehren.
Das hauseigene Restaurant Wa-Yo setzt das Konzept des Hauses auch kulinarisch fort und gilt als einer der verlässlichsten Orte für japanische Küche in Hamburg, fernab reiner Sushi-Ketten. Morgens wird ein Frühstücksbuffet serviert, das sich an internationale Gäste richtet, bevor am Abend wieder die japanische Linie übernimmt. Concierge, privater Check-in und Wäscheservice runden ein Haus ab, das sein Thema nicht als Gimmick einsetzt, sondern als durchgehende Haltung – vom ersten Schritt ohne Schuhe bis zum letzten Gang im Restaurant. Für Gäste, die Hamburg schon kennen und auf der Suche nach einem Ort sind, der sich von den immer gleichen Alster-Adressen abhebt, ist das selten genug, um sich zu merken, und genau der Grund, warum wir dieses Haus Reisenden mit Sinn fürs Besondere ausdrücklich empfehlen.